Berliner Energiespardialoge – Auftaktveranstaltung „Milieuschutz trifft Wärmewende“

Die Wärmewende in Berlin – sie braucht Mut, Ideen und vor allem: Austausch. Genau hier setzt das neue Format der EnergieEinsparInitiative Berlin (EEIB) an.

Unter dem Titel „Berliner Energiespardialoge“ fiel der Startschuss für eine neue Plattform, die Akteure aus allen Ecken der Stadtgesellschaft zusammenbringt. Und der Auftakt hätte thematisch kaum besser gewählt sein können: „Milieuschutz trifft Wärmewende“ – ein Abend, der zeigte, wie Mieterschutz, Klimapolitik und Investitionssicherheit keine Gegensätze sein müssen, sondern Puzzleteile einer gemeinsamen Lösung. 

Milieuschutz und Wärmewende gemeinsam denken

Im Mittelpunkt des ersten Energiespardialogs stand die Frage, wie Klimaziele, Mieterschutz und Investitionssicherheit miteinander in Einklang gebracht werden können. Der Dialog machte deutlich: Die Wärmewende im Gebäudebestand ist kein rein technisches Thema, sondern eine Aufgabe, die sozial tragfähig und wirtschaftlich realisierbar gestaltet werden muss.

Auf dem Podium diskutierten Christian Feuerherd (BEW), die Staatssekretäre Andreas Kraus (Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt) und Stephan Machulik (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen), Jens-Uwe Scharf (Caritasverband des Erzbistums Berlin) und Dr. Carsten Brückner (Haus & Grund Berlin). Sie beleuchteten aus unterschiedlichen Perspektiven, wie Milieuschutz und Wärmewende gemeinsam umgesetzt werden können – und dass Kooperation der Schlüssel zu einer sozialverträglichen Transformation ist.

Was die Stimmen des Abends deutlich machten

Bereits zu Beginn betonte Christian Feuerherd, welch hohe Dringlichkeit das Thema hat:
„Wir sind Zeugen des Klimawandels, unsere Städte erhitzen sich und zeigen, dass wir handeln müssen. Fernwärme ist gelebter Klimaschutz.“

Eine deutliche soziale Perspektive brachte Jens-Uwe Scharf ein, der darauf hinwies, dass „schwache Schultern Unterstützung brauchen“. Nur wenn sozial schwächere Haushalte entlastet und mitgenommen werden, bleibe die Wärmewende nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich tragfähig.

„Die Herausforderungen als Stadtgesellschaft gemeinschaftlich hinbekommen“ – diesen Wunsch äußerte Staatssekretär Andreas Kraus. Die Wärmewende könne nur dann gelingen, wenn sie als gemeinsame Aufgabe der gesamten Stadtgemeinschaft verstanden werde.

Staatssekretär Stephan Machulik kündigte an, dass sich die Ausführungsvorschiften im kommenden Jahr positiv veränderten und auch mit dem GEG und der Wärmeplanung eine andere Klarheit entstehen würde. Er lobte die Rolle der EnergieEinsparInitiative: Sie bringe Akteure zusammen und schaffe damit eine Grundlage für gemeinsame Lösungen in einer komplexen Gemengelage aus Klimaschutz, Wohnraumentwicklung und sozialer Verantwortung.

Konsens der Teilnehmer: Milieuschutz und Wärmewende schließen sich nicht aus. Vielmehr entsteht durch Zusammenarbeit ein Weg, beides zu verbinden – technisch machbar, sozial ausgewogen und wirtschaftlich umsetzbar.

Ein starkes Signal für Berlin

Mit den Berliner Energiespardialogen setzt die EEIB ihre kontinuierliche Dialogarbeit fort – nach dem Positionspapier „Energie sparen, Klimaziele erreichen: 10 Erfolgsfaktoren für Berlin“, der energiepolitischen Tour, den Beiträgen zu den Berliner Energietagen und zahlreichen weiteren Impulsen. Gerade vor dem Hintergrund knapper öffentlicher Mittel sind solche Plattformen von besonderem Wert: Sie fördern Wissenstransfer, Kooperation und lösungsorientiertes Handeln.

Wir bedanken uns herzlich bei unserem Panel Christian Feuerherd von der BEW Berliner Energie und Wärme GmbH, den Staatssekretären Stephan Machulik und Andreas Kraus sowie Jens-Uwe Scharf vom Caritasverband des Erzbistums Berlin und Dr. Carsten Brückner von Haus & Grund Berlin, an Frederik Schneider vom BFW  für einen spannenden Impuls zum Thema Milieuschutz und alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die spannende Diskussion.